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Der Truderinger Hans Formann
erhielt für seinen Honig vom Deutschen
Imkerbund die Goldmedaille. Foto oben:
privat
Der Truderinger Hans Formann (72) ist
Imker aus Leidenschaft und das seit 25
Jahren. Für seinen Honig erhielt Formann
im vergangenen Jahr vom Deutschen
Imkerbund die Goldmedaille für
hervorragende Leistungen, zuvor war er
schon mit Silbermedaillen ausgezeichnet
worden.
Dass er einmal
Imker werden wollte, wusste Hans Formann
schon als kleiner Bub von acht Jahren.
"In der Volksschule haben wir einen Film
über Bienen angeschaut, ein Imker
erklärte das. Ich war total fasziniert
und dachte, das fange ich selbst an,
wenn ich groß bin!"
Inzwischen ist
Hans Formann 72 und ein wenig länger als
bis zum Erwachsenwerden hat es gedauert,
ehe er sich den Traum von den eigenen
Bienenstöcken erfüllte.
Der Malereibetrieb in Trudering, den
Formann 50 Jahre lang betrieb, ließ
wenig Zeit, über die Imkerei
nachzudenken. Als Kirchenmaler und
Restaurator war Hans Formann in ganz
Europa unterwegs, den Traum von den
eigenen Bienenstöcken aber gab er
niemals auf. Vor 25 Jahren dann wagte er
den Schritt und begann mit sechs Völkern
die Imkerei. Sein Freund und Imkervater
Erich Kerst, bei dessen Fischwasser in
Kirchseeon Hans Formann oft draußen war,
gab die Initialzündung. "Warum fängst du
nicht an, hat er mich gefragt. Da stand
ein alter Bauwagen draußen, damit fing
ich an", erinnert sich Formann. Am
Anfang waren es sechs Bienenstöcke.
Der Onkel aus
der Oberpfalz, selbst Imker, steuerte
die ersten sechs Stöcke bei. "Damals bin
ich am Samstag immer zwei Stunden zu den
Bienen rausgefahren. Die Imkerei kann
schon ein Virus sein!", sagt Hans
Formann. Für ihn ist sie Leidenschaft,
die ihn dorthin führt, wo er am liebsten
ist - in die Natur. Im Ebersberger Forst
und im Kirchseeoner Moos stehen
inzwischen die 35 Bienenstöcke des
Rentners, deren Bewohner Hans Formann
alljährlich bis zu einer Tonne feinsten
und reinsten Honigs bescheren. Da
draußen meint Formann, ist die Welt aus
Bienensicht noch in Ordnung. Heutzutage
haben es die fleißigen Sammlerinsekten
nämlich nicht leicht. Umwelt und
Landschaft hätten sich verändert und das
schlimmste für die Bienen sei: "Es gibt
keine Wiesen mehr! Sogar der Löwenzahn
hat sich auf das häufige Mähen
umgestellt, die Blüten haben oft keinen
Stiel mehr.
Ein Umdenken
wäre nötig, wenigstens einen
Randstreifen sollten die Landwirte
stehen lassen", sagt Formann. Ohne
Blüten gibt's keinen Honig, weshalb die
Feldimker nach seiner Beobachtung schon
"im Juni einpacken können". Im
Ebersberger Forst und im Kirchseeoner
Moos ist das anders, dort finden die
Bienen auch im Spätsommer noch genug
Blüten, um reiche Honigausbeute zu
sichern. Wildkirsche, Himbeere,
Wildsträucher, verschiedenste Blumen,
Kiefer, Fichte, Weide, Eiche und andere
Gehölze bieten reiche Auswahl. Pollen
von all diesen Pflanzen und von vielen
weiteren wurde in einer Analyse des
Honigs vom vergangenen Jahr gefunden.
Und, was Hans Formann besonders freut
und stolz macht:
Sein Honig ist
von bester Qualität! So prangt auf den
Gläsern mit dem edlen Produkt das
Bayerische Prüfsiegel Standard I, was
die höchste Auszeichnung ist. Der
Deutsche Imkerbund hat Hans Formann 2010
die Goldmedaille für hervorragende
Leistungen verliehen. Das alles
bescheren die Bienen dem Menschen.
In seinem
"Imkerstüberl" im Garten des Truderinger
Wohnhauses hat Formann aufgebaut, was
die Bienen dem Menschen liefern:
Flüssigen und cremigen Honig,
Blütenpollen, Gelée Royal, Propolis und
Met. In einer anderen Ecke des
Formann-Gartens stehen ein paar Kästen.
"Da sind die Rennpferde fürs nächste
Jahr drin", sagt der Imker. "Ableger"
hat Formann von den Völkern gemacht,
damit neue Stöcke heranwachsen.
Die bittere
Kälte macht den Bienen nichts aus. Sie
schützen sich in der "Wintertraube", in
der stets eine Temperatur von 20 bis 22
Grad herrscht. Die aufgewärmten Bienen
im Inneren des Knäuels wandern an den
Rand der Traube und machen ausgekühlten
Artgenossen Platz. Nur wenn es zu früh
warm wird, kommt dieser Rhythmus aus dem
Gleichgewicht. "Dann legt die Königin
Eier, es muss dann immer 35 Grad warm
bleiben im Stock", so Formann. Wenn die
Temperaturen nochmals auf strenge
Minusgrade sinken kann es sein, dass die
Bienen die 35 Grad nicht halten können.
Zur Buga
Hans Formann hat auch beobachtet, wohin
im Frühjahr die kleinen Völker aus
seinem Truderinger Garten schwärmen, um
Nahrung zu sammeln. "Sie fliegen zur
Buga, da finden sie ausreichend Pollen",
sagt Formann. Die blühenden Wiesen im
Riemer Park erfreuen somit nicht nur die
Spaziergänger, sie sichern den Bienen
auch die Nahrungsquelle. Wichtig ist das
kleine Insekt nicht nur wegen der
Honigproduktion, sein Weg von Blüte zu
Blüte sorgt für die Bestäubung derselben
und somit für den Artbestand.
Das, so meint
Hans Formann, dürfe man nicht vergessen.
Honig und andere Produkte bietet der
Imker häufig an einem Stand vor dem
Dehner-Markt an.
Einen Tag der offenen Tür plant Hans
Formann im Frühsommer 2011. HALLO wird
den Termin rechtzeitig bekannt geben. -
GM -
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